Das Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom) ist ein bösartiger Tumor der von den Gallengängen ausgeht. Er kann innerhalb der Leber, an der Hauptgabelung des Gallenganges (Klatskin Tumor) oder am Übergang zwischen Gallengang Bauchspeicheldrüse und Zwölffingerdarm entstehen. Nach dem Ort des Auftretens erfolgt die Einteilung. Tumore die von der Gallenblase ausgehen oder vom Schließmuskel des Gallenggangs am Zwölffingerdarm (Papillenkarzinom), werden gesondert eingeteilt. Risikofaktoren für das Auftreten sind männliches Geschlecht und erbliche Faktoren wie die primär sklerosierende Cholangitis, (PSC) die bei der einer Sonderform der chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa) häufig auftritt, sowie anderen angeborenen Gallengangsanomalien wie z.B die Caroli Krankheit bzw. das Caroli Syndrom.

Gallengangskarzinome fallen in der Regel mit einer Behinderung des Galleabflusses auf, der beim Patienten zur Gelbsucht (Ikterus) führt. Gleichzeitig kann Juckreiz entstehen. Der Urin verfärbt sich dunkel und der Stuhlgang hell. Zeitgleich können Zeichen einer Infektion der Galleflüssigkeit (Cholangitis) wie Fieber und Schüttelfrost auftreten. Schmerzen und Gewichtsverlust sind ebenfalls häufig. Liegt der Tumor aber ein einer Stelle, an der nur kleinere Gallengänge betroffen sind, können sämtliche Symptome fehlen und die Diagnose oft nur per Zufall im Rahmen von Routineuntersuchungen gestellt werden.

Die wichtigsten Diagnostischen Hilfsmittel sind die Schnittbildgebung (Computertomographie, Kernspintomographie/Magnetresonanztomographie). Zusätzlich wird regelhaft auch die Darstellung des Gallenwegssystems über eine erweiterte Magenspiegelung durchgeführt (Endoskopische retrograde Cholangiographie /Pankreatikographie (ERCP)). Mitunter ist heute die Darstellung der Gallenwege im Kernspintomogramm (Magnetresonanzcholangiographie/Pankreatikographie (MRCP)) ausreichend. Die ERCP beitet allerding den Vorteil, dass gleichzeitig eine Behandlung erfolgen kann (siehe unten). Die Diagnostik wird durchBlutuntersuchungen ergänzt. Es existieren sogenannte Tumormarker (z.B. CA 19-9), die im Blut nachgewiesen werden können. Leider zeigen diese aber nicht die genaue Herkunft des Tumors an und sind damit immer nur ein „Baustein“ in der Diagnostik, allein aber nicht beweisend.

Die Behandlung des Cholangiokarzinoms (Gallengangskrebs) richtet sich nach dem Ort des Auftretens. Wenn immer möglich sollte die vollständige Entfernung per Operation erfolgen. Da alle Gallengänge in enger Lagebeziehung zur Leber selbst oder aber zur Bauchspeicheldrüse stehen. Ist in der Regel eine Teilentfernung der Leber bzw. der Bauchspeicheldrüse erforderlich. Bei diesen Operationen muss der Gallefluss mit Hilfe einer Naht zu einer Dünndarmschlinge wiederhergestellt werden (Biliodigestive Anastomose). Bei am Rand des Lebergewebes gelegenen Tumoren ist ggf. auch nur die Teilentfernung eines Leberstückes ausreichend.

Vor einer eventuellen Operation bzw. wenn nicht operiert werden kann, wir der Gallefluss in der Regel durch das einsetzten eines Gallengangsröhrchens (Stent, Prothese) wiederhergestellt. Am häufigsten gelingt dies mit Hilfe einer erweiterten Magenspiegelung in Teilnarkose (ERCP). Auch eine Ableitung durch die Haut kann (PTCD) kann per dünnem Drainageschlauch erfolgen.


Grundsätzliche Techniken in der modernen Leberchirurgie haben wir für Sie im Kapitel Operationen zusammengefasst.

Da es sind beim Gallengangskarzinom um einen bösartigen mitunter aggressiv wachsenden Tumor handelt, sind engmaschige Nachkontrollen unerlässlich. Zunehmend wir auch die Anwendung einer nachsorgenden Chemotherapie diskutiert. An den entsprechenden Studien nehmen wird teil, sodass unserer Patienten hiervon profitieren können. Die Nachkontrollen entsprechen im Wesentlichen der Diagnostik vor der Behandlung (siehe oben Diagnostik).






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