Das Hämangiom der Leber (Blutschwämmchen) ist nach den Leberzysten der häufigste gutartige Lebertumor. Es handelt sich dabei um einen zellausgekleideten Hohlraum mit dazwischen liegendem Bindegewebe, der von Blut durchströmt wird. Es tritt mit einer Häufigkeit von bis zu 0,4 -20 % in der Bevölkerung auf. Hämangiome treten bei Frauen etwas häufiger auf und liegen oft auf der rechten Leberseite. Die von Geburt an bestehende Gefäßfehlbildung nimmt in aller Regel nur langsam oder gar nicht an Größe zu. Orale Antikontrazeptiva (die „Pille“) scheinen ungünstig auf das Wachstumsverhalten von Hämangiomen einzuwirken und sollten deswegen bei Vorliegen eines Hämangioms abgesetzt und durch andere Verhütungsmethoden ersetzt werden. Die Größe von Hämangiomen reicht von wenigen Millimetern bis hin zu „Riesenhämangiomen“, die die gesunde Leber und andere Organe verdrängen können. Eine Entartung in einen bösartigen Tumor ist nicht beschrieben.

Hämangiome sind aber meist asymptomatisch. Große oder multiple Hämangiome können auf Grund ihrer raumfordernden Wirkung zu Druckschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtsverlust führen. Akute Schmerzereignisse können zudem Zeichen einer Einblutung oder einer Thrombosierung (Gerinselbildung) sein. Extrem selten kommt es zur spontanen Ruptur (Durchbruch) („Zerreißung“) eines randständigen Hämangioms mit Blutung in die freie Bauchhöhle. Eine vorbeugende Entfernung von Hämagiomen wird heute daher nicht mehr generell empfohlen.

Hämangiome lassen sich im Rahmen des (kontrastmittelgestützten) Ultraschalls, einer Computertomographie (CT) oder einer Kernspinuntersuchung (MRT) eindeutig identifizieren. In Einzelfällen kann eine „Peliosis hepatis“ bzw. ein „Morbus Weber-Osler-Rendu“ (vererbt) vorliegen.

Asymptomatische Hämangiome müssen nicht behandelt werden. Bei großen mit Beschwerden vergesellschafteten Hämangiomen kann die chirurgische Entfernung des gutartigen Tumors Beschwerdefreiheit erzielen. Nur in Ausnahmesituationen selten werden randständig gelegene Hämangiome auch bei beschwerdefreien Patienten prophylaktisch chirurgisch entfernt. Gänzlich anders wird verfahren, wenn die Blutschwämmchen nachweislich die Ursache von Beschwerden sind. Hier wird in der Regel die chirurgische Entfernung angestrebt. Die bestmögliche Behandlung wird mit Ihnen meist erst nach einem Beobachtungsintervall von mehreren Monaten entschieden.

Grundsätzliche Techniken in der modernen Leberchirurgie haben wir für Sie im Kapitel Operationen zusammengefasst.

Die Nachsorge bei Hämangiomen erfolgte nach der Diagnosesicherung bevorzugt durch eine Ultraschalluntersuchung oder Kernspinuntersuchung, da hier keine Strahlenbelastung auftritt. Da Hämangiome angeboren sind müssen sie nach chirurgischer Entfernung nicht dauerhaft nachgesorgt werden. In der Praxis empfehlen wir aber trotzdem die Kontrolle durch Ihren Hausarzt, Gastroenterologen oder durch uns.






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