Das Leberzelladenom (LZA) oder auch nur Adenom genannt oder auch Leberadenom ist ein sehr seltener, gutartiger Lebertumor, der vorwiegend bei Frauen im Alter zwischen 20 und 45 Jahren auftritt. In den meisten Fällen geht der Entwicklung eines Leber(zell)adenoms eine Hormontherapie (z.B. die „Pille“) voraus. Männer sind sehr selten betroffen. Unter Frauen, die nie orale Kontrazeptiva oder andere Hormonpräparate eingenommen haben ist das Leberadenom extrem selten (1:1.000.000).

Leberadenome sind häufig asymptomatisch, können aber insbesondere bei Größenzunahme und einer Einblutung Schmerzen verursachen. Tumorzerreißungen (Ruptur) mit Blutung in die freie Bauchhöhle treten sehr selten nur bei großen Adenomen und langjähriger oraler Kontrazeption auf, stellen aber mitunter ein lebensbedrohliches Krankheitsbild dar.

Die noch relativ junge Einteilung der Leberadenome in verschiedene Gruppen hatte den Zweck Risikoadenome, das sind diejenigen die ein Risiko für eine Entartung in einen bösartigen Tumor oder eine Blutung bzw. eine Zerreißung (Ruptur) aufweisen, von harmlosen Adenomen unterscheiden zu können und schlussendlich nur Risikoadenome zu operieren. Selbst optimale bildgebende Verfahren wie die kontrastmittelgestützte Ultraschalluntersuchung eine Computertomographie oder eine Kernspinuntersuchung (MRT) können das Adenom nur bedingt von anderen Läsionen wie z.B. dem hepatozellulären Karzinom (HCC) einem bösartigen Tumor oder einer fokal nodulären Hyperplasie (FNH) unterscheiden, sodass bei jüngeren Frauen zur Sicherheit in vielen Fällen eine Gewebeprobe (Biopsie) gewonnen wird.

Die Gewinnung einer Gewebeprobe von wenigen Millimetern Größe erlaubt im Gegensatz zur chirurgischen Totalentfernung nur eine inkomplette Beurteilung des Tumors. Leberadenome können in sich unterschiedliche Merkmale und Ausprägungen aufweisen, eine Biopsie erfasst immer nur einzelne Bezirke und teilt ggf. das Adenom einer falschen Risikogruppe zu. Aus diesem Grund bleibt die Indikation zur chirurgischen Entfernung aller Adenome auf Grund einer nicht auszuschließenden Entartung oder Blutungsgefahr für die meisten Herde bestehen. Dies betrifft alle symptomatischen Herde, Herde über 5 cm Größe oder Herde die trotz Einstellen der Hormontherapie konstant bleiben. Bei Männern genügt der alleinige Adenomverdacht als Grund für eine operative Entfernung, da hier zum Zeitpunkt der Diagnose häufiger Übergänge in eine HCC (bösartiger Tumor) vorliegen.

Nach langfristiger Einnahme oraler Kontrazeptiva bzw. von Hormone steigt das Risiko auf bis das 40-fache. Das Absetzen der oralen Kontrazeption steht aus diesem Grund am Anfang des therapeutischen Konzeptes. Eine Schwangerschaft sollte bei bekanntem Leberadenom bis Abschluss der definitiven chirurgischen Entfernung vermieden werden. Bei Vorliegen von mehr als 10 Leberadenomen spricht man von einer sehr selten vorkommenden Adenomatose,, die bei Männern und Frauen gleich häufig vorkommt und nicht mit der Einnahme oraler Kontrazeptiva verknüpft ist.

Es handelt sich aber bei der Diagnose von Adenomen nicht um einen medizinischem „Notfall“. Da die Entartung Jahrzehnte dauern kann, ist vor einer chirurgischen Therapie immer exakte Diagnostik möglich. Au sein Hormonauslassversuch kann diskutiert werden. Operationen können daher immer auf den Tag genau vorgeplant werden und auf die individuelle Lebenssituation (Ausbildung etc.) abgestimmt werden.

Grundsätzliche Techniken in der modernen Leberchirurgie haben wir für Sie im Kapitel Operationen zusammengefasst.



Alle chirurgisch nicht entfernten Adenome müssen lebenslang regelmäßig nachgesorgt werden. Es besteht die Gefahr der Entartung, die leider nur unzureichend vorausgesagt werden kann. Wegen der Hormonabhängigkeit ist besonders bei jungen Frauen die Entfernung noch vor der ersten Schwangerschaft anzustreben. Natürlich können auch individuelle Strategien vereinbart werden. Ziel bleibt die vollständige Entfernung.






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